Heute, am 23. Dezember 2011, zu einem wohl gewählten Zeitpunkt, wurde der ehemalige Leiter des SPÖ “Freundeskreises” im ORF-Stiftungsrat zum Büroleiter des Generaldirektors bestellt. Der Generaldirektor des betroffenen Senders wiederum steht bekanntermaßen einer Regierungspartei nahe. Nein, die Rede ist hier nicht von unseren ungarischen Nachbarn.
Die Sender des Österreichischen Rundfunks sind per Gesetz der Republik Österreich öffentlich-rechtlich, und sie sind nach wie vor ihre wichtigsten Medien. Können wir uns leisten, in Zeiten wie diesen auf einen politisch unabhängigen, kritischen und informativen öffentlichen Rundfunk zu verzichten?
Eine bemerkenswerte Reaktion des ORF Redakteursrates dazu:
Dass nun tatsächliche etliche ORF-Personalentscheidungen so fallen,
wie sie als Wünsche von Parteien seit längerem kolportiert werden,
ist unternehmensschädigend, denn nichts ist für den ORF
entscheidender als seine Unabhängigkeit, seine Glaubwürdigkeit. Diese
Grundwerte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und damit das
Unternehmen und dessen demokratiepolitische Bedeutung, können nun nur
noch die ORF-JournalistInnen gemeinsam mit einer wachsamen
Öffentlichkeit vor Dauerschäden bewahren. Vor allem müssen nun
endlich bald völlig neue gesetzliche Rahmenbedingungen, wie sie die
ORF-JournalistInnen zur Sicherung der Unabhängigkeit seit Jahren
fordern, durchgesetzt werden.via OTS.
Dem ist nichts hinzuzufügen, und wir, das sind die Herausgeber dieses Magazins sowie die AutorInnen, schließen uns dem Protest des ORF-Redakteursrats an. Wir hoffen, dass nicht nur KollegInnen anderer Medien, sondern vor allem auch die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land verstehen, dass es um die Glaubwürdigkeit des ORF und damit um nichts anderes als um die Unabhängigkeit in der Vermittlung ihrer täglichen Nachrichten und Informationen geht.
Das Medium Fernsehen kann Gewaltiges zum Vorteil einer Demokratie leisten – wenn es denn dafür benutzt wird. So ähnlich drückte es in den 1950er Jahren Edward Murrow, der Host der legendären CBS-Show “see it now”, aus. Und nicht nur wir sehen Unabhängigkeit & Glaubwürdigkeit dieses wichtigen Mediums in Gefahr.
Fotocredit: Sugarmelon | Flickr

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Auch in den ZiBs wurde die Meldung couragierterweise nicht ausgespart.
Vielleicht wäre es ein gelungener Schlachtplan, das ganze Spektrum an Kritikpunkten bis zum Stammtischniveau hinunterzuspielen; also dem Niveau mit welchem solche Jobs ausgeschnapst wurden: der 25jährige, der Sohn von, der von der ÖBB kommende, trotz der kürzlich getätigten Behauptung,…
Die Gratiszeitungen hängen zu den Feiertagen eh in allen Farben draußen, vielleicht hat man sich mit dem Datum & medialer Aufmerksamkeit doch verschätzt? Mit dem Argument, dass Medien politisch beeinflusst/geführt werden kann man ja jedenfalls leider niemanden mehr schocken.
Was wäre, wenn Pelinka in den kommenden Tagen einfach verkündet, dass er doch zu seinem Wort steht & den Job doch nicht annimmt? Das würde aus dem Weichtier nach wie vor keinen Menschen mit Rückgrat machen, aber sein Scham könnte Österreich sehr gelegen kommen.